Erfolgsfaktoren von Spin-offs aus Forschungseinrichtungen

Ausgründungen (Spin-offs) aus Forschungseinrichtungen verfügen meist über einzigartige Start- und Entwicklungsbedingungen. Der Erfolg eines Spin-offs kann jedoch nicht im rein ökonomischen Sinne gemessen werden, sondern es müssen verschiedene Indikatoren einbezogen werden. Daten über Spin-offs sind meist nur schwer zu erheben und nur in Maßen aussagekräftig. Betrachtet man Umsatz und Beschäftigtenanzahl in ihrer zeitlichen Entwicklung, kann man gute Aussagen über den Erfolg eines Spin-offs treffen, denn beide Indikatoren korrelieren relativ deutlich mit anderen komplexeren Wachstumskennziffern. Insgesamt lassen sich Erfolgsfaktoren von Spin-offs in drei Ebenen unterteilen:

  • in personenbezogene Faktoren, die auf Merkmale der Person des Unternehmensgründers abzielen,
  • in betriebsbezogene Faktoren, die sich auf Merkmale des Unternehmens zum Gründungszeitpunkt beziehen sowie
  • in umfeldbezogene Faktoren, die das lokale, branchenspezifische und gesamtwirtschaftliche Umfeld des Unternehmens zum Gründungszeitpunkt spezifizieren.

"Kleine Gelegenheiten sind oft der Anfang großer Unternehmungen."

Demosthenes,
griech. Redner

Bei den personenbezogenen Faktoren haben sich die bisherige Berufserfahrung und vor allem die Branchenerfahrung der Gründer als wichtige Determinanten des Erfolgs erwiesen. Keinen Einfluss hat dagegen sein Bildungsniveau. Zu den betriebsbezogenen Faktoren zählen die Rechtsform, Gründungsgröße oder auch die Startfinanzierung - sie beeinflussen in der ersten Gründungsphase die Risikoaffinität und finanzielle Stabilität. Die strategische Ausrichtung des Spin-offs ist ebenfalls wesentlich: produktorientierte Spin-offs sind im Schnitt erfolgreicher als dienstleistungsorientierte. Hinzu kommen die Fokussierung auf ein enges Produkt- oder Leistungsspektrum oder eine Diversifizierung in verwandten Märkten und der Typ der Innovation: Push-Innovationen erfordern einen hohen Aufwand für die Aufklärung und Information des Marktes. In bereits erschlossenen Märkten, müssen Kosten- oder auch Leistungsvorteile überzeugen.

Der wichtigste umweltbezogene Faktor ist das Mutterinstitut, da Spin-offs als meist technologieorientierte Unternehmensgründungen auf Methoden und Know-how ihrer Mutterinstitute zurückgreifen können, umfangreiche Unterstützungsleistungen erhalten und gleichzeitig von der Reputation des Mutterinstituts profitieren. Dank dieser Unterstützung können die Spin-offs sich leichter am Markt etablieren sowie qualifiziertes Personal akquirieren. Die Verfügung über alleinstehende Schutzrechte gilt für die meisten Spin-offs als entscheidender Faktor, um rasch Markteintrittsbarrieren zu überwinden und Marktanteile zu gewinnen. Stark bestimmt wird der Erfolg durch die Branche. Klassische Standortfaktoren wie eine ausgezeichnete Verkehrsinfrastruktur oder ein guter regionaler Nachfragemarkt spielen eher eine untergeordnete Rolle. Viel bedeutender sind regionale Faktoren wie die Verfügbarkeit von qualifiziertem Personal, die Nähe zum Mutterinstitut und zu möglichen Forschungs- und Entwicklungspartnern - sowie die Offenheit der Region beim Wissensaustausch.

Der komplette Artikel wurde verfasst von:

  • Dr. Dirk Fornahl Wissenschaftlicher Leiter des BAW Instituts für regionale Wirtschaftsforschung
  • Markus Gerhart Universität Karlsruhe (TH)
  • Prof. Dr. Florian Täube Forschungsdirektor Wachstumsmanagement, Strascheg Institute for Innovation and Entrepreneurship, European Business School

Download des Artikels pdf (pdf, 148 kb)

EY refers to one or more of the member firms of Ernst & Young Global Limited (EYG), a UK private company limited by guarantee. EYG is the principal governance entity of the global EY organization and does not provide any service to clients. Services are provided by EYG member firms. Each of EYG and its member firms is a separate legal entity and has no liability for another such entity's acts or omissions. Certain content on this site may have been prepared by one or more EYG member firms